Die Woidtaucher in Indonesien Bali, Flores und Sumbawa
Und wieder waren die Woidtaucher über den Jahreswechsel 25/26 auf Tauchreise unterwegs.
Indonesien ist ein absolutes Mekka für Taucher. Unsere Route führte über Bali nach Flores und
Sumbawa. Hier verschmelzen farbenfrohe Makrowelten mit adrenalingeladenen Strömungstauchgängen.
Die erste Etappe der Reise ist Tulamben, ca. 3 Stunden Fahrt vom Flughafen Denpasar, an der Nordküste Balis. Der perfekte Start für entspanntes Tauchen. Am Flughafen wartete bereits die gute Seele, Ibu Made, die uns persönlich zum „Toya Bali“-Resort brachte. Die letzte Etappe mit dem Auto durch das verstopfte Denpasar und über kurvige Hügellandschaften war nervenzerrend. Vor allem da es zuvor kräftig geregnet hatte und die Straßen teilweise komplett überflutet waren. Die normalerweise 3 Stunden dauernde Fahrt nahm so mehr als 5 Stunden in Anspruch.
Nach dieser langen Anreise wurden wir herzlich im Toyabali (Dive & Relax) Resort von unseren Freunden, die bereits vor 1 Woche angereist waren, begrüßt.
Das Toyabali ist ein kleines, familiäres Resort, das direkt am Strand von Tulamben und in direkter Nachbarschaft des berühmten Wrackes der USAT Liberty liegt. Ein ruhiger Ort mit sechs Luxusbungalows, die über eine Open-Air-Dusche und eine eigene Wellness-Badewanne verfügen.
Getaucht sind wir mit der Tauchbasis „Puri Madha Dive Resort“, die sich in unmittelbarer Nähe zum Resort befindet und deren individueller Service der perfekte Einstieg zum Tauchen war.
Das Besondere an Tulamben ist das Shore-Diving. Man läuft direkt, meist über große rutschige Kieselsteine, direkt vom Strand ins Wasser. Feste Tauchschuhe sind hier wichtig!
Getaucht wird hier an den meisten Tauchplätzen über schwarzen Lavasand.
Unser erster Tauchgang führte uns zum Wrack der USAT Liberty.
Das 120 m lange Wrack liegt nur 30 m vom Ufer entfernt in einer Tiefe von 5 bis 30 Metern. Es ist komplett mit Korallen bewachsen. Kleine Weißspitzenriffhaie, Barrakudas und viele Schwarmfische tummelten sich dort. Nachttauchen am Wrack ist ein Muss.
Ebenso ist Timing alles, um am Wrack zu Tauchen. So ist ein Early Morning Dive, noch vor 8:00 Uhr, oder am späten Nachmittag der beste Zeitpunkt, um den Massen an Tagestouristen zu entgehen.
Ein weiterer Tauchgang ist das Boga Wrack, nur wenige Fahrminuten nördlich. Die Boga ist ein neueres Wrack, das erst 2012 versenkt wurde. Es ist noch sehr gut intakt und weniger überlaufen, als die Liberty.
Doch Tulamben ist auch ein Weltklasse-Spot für Muck-Diving. Der dunkle Vulkansand bot einen perfekten Hintergrund für die bunte „Critter“-Welt.
Auf dem schwarzen Sand fanden sich Geisterpfeifenfische, Anglerfische, Harlekingarnelen, Tigershrimps, Mimic Octopus und Wonderpus, sowie unzählige seltene Nacktschnecken, wie die nur stecknadelkopfgroßen „shaun the sheep“.
Bei angenehmen 28-29°C Wassertemperatur zogen sich unsere Tauchgänge in die Länge und um kein Highlight und das beste Foto zu verpassen, tauchten wir mit den einheimischen Tauchguides in kleinen Gruppen.
Und dazwischen Wellness für müde Taucher.
Nach mehreren Tauchgängen gab es kaum etwas Besseres, als eine balinesische Ölmassage. Perfekt um die Muskulatur nach dem Tragen der schweren Ausrüstung zu lockern.
Der Jahreswechsel 25/26 begann mit einem traditionellen Abendessen, gefolgt von einem Auftritt einer einheimischen balinesischen Tanzgruppe, die rituelle Tänze zeigte. Um Mitternacht wurde der Himmel vom Feuerwerk erhellt.
Den tauchfreien Tag vor der Weiterreise nutzten wir für Kultur und Sehenswürdigkeiten. Made begleitete uns auf unserer Sight-Seeing-Tour.
Ein Besuch bei „Lahangan Sweet“ im Osten bei Karangasem ist das erste Ziel unserer Erkundungstour. Von diesem Aussichtspunkt hat man einen freien Blick durch das Himmelstor auf den majestätischen Vulkan Agung. Hier kann man wunderbare Landschaftsbilder von den verschiedenen Plattformen aus machen, die hier errichtet sind.
Nicht weit davon entfernt ist das „Maha Gangga Valley“. Hier verbinden sich klassische Reisterrassen mit touristischen Highlights. Um die weitläufige Anlage zu erkunden wandern wir mit einem Führer über verwundene Pfade durch die Felder, über Bambusbrücken, an Bächen und Wasserfällen mit klarem kaltem Wasser entlang.
Ein Besuch des „Taman Ujung Wasserpalastes“ durfte nicht fehlen. Der königliche Palast verbindet balinesische, niederländische und chinesische Architekturstile und diente einst als Rückzugsort, Ort für Zeremonien und Empfang von Würdenträgern. Ein entspannter Spaziergang durch die weitläufigen Gärten und ein schweißtreibender Aufstieg über unzählige Treppenstufen belohnten mit einem unvergleichlichen Panorama.
Auf der Heimfahrt lud uns Made ein, ihren Dorftempel (Pura Desa) zu besichtigen. Er ist das Zentrum des sozialen Lebens und einer tiefen ursprünglichen Spiritualität. Da ein großes Fest bevorstand, war der aus dunklem Basalt gefertigte Tempel farbenfroh in gelb und weiß geschmückt. Ehrfürchtig bestiegen wir die Stufen zum Tempel, herzlich begrüßt von den Dorfbewohnern, die gerade die Opfergaben vorbereiteten. Ein Sarong mit einer Schärpe sind Pflicht.
Tulamben ist der unbestrittene Klassiker unter Balis Tauchspots für Makro-Fans und Wrack-Liebhaber. Und das Preis/Leistungsverhältnis ist kaum zu toppen.
Dann hieß es Abschied nehmen.
Die schnellste Variante, um zu unserem nächsten Reiseziel Labuan Bajo auf Flores zu kommen, ist der Flug.
Da Tulamben im Nordosten von Bali liegt, hieß es für uns 3 Stunden mit dem Auto zurück zum Flughafen Denpasar. Ein kurzer Inlandsflug von ca. 90 Minuten und wir waren am Komodo International Airport in Labuan Bajo angekommen.
Nachmittags wurden wir von unserer Tauchbasis, den Wet Frog Divers, vom Flughafen abgeholt und zum Check-in an die Basis gebracht.
Die Wet Frog Divers gelten als erste Adresse für Tauchgänge im Komodo-Nationalpark. Von Natalie (deutsch) und Dmitry (russisch) geleitet, war die Kommunikation für uns deutsche Gäste sehr einfach.
Doch leider konnten wir mit der Tauchbasis und dem Team den Service, den Komfort und das Tauchen auf ihrem Tauchboot „Santai“ nicht nutzen.
Auf Grund eines schrecklichen Unfalls, der sich um die Weihnachtszeit hier ereignete und da ebenfalls hoher Wellengang erwartet wurde, ist der Hafen und die Überfahrt zu den Tauchplätzen im Komodo-Nationalpark gesperrt worden.
Nach langen Überlegungen haben wir uns für ein neues Tauchziel entschieden. Da die Alternativen nicht viel Spielraum boten, entschlossen wir uns nach Sumbawa, ins „Kalimaya Resort“, in dem 2 der Reiseteilnehmer vor 6 Jahren schon mal beim Tauchen waren, weiter zu reisen.
Jetzt war viel Organisation notwendig, Schiffspassage buchen, Flüge stornieren und umbuchen, Hotel stornieren, und die neue Unterkunft buchen.
Natalie half uns dabei wo sie nur konnte, telefonierte und organisierte für uns alles. Zu unserem Glück war der Manager des Kalimaya Resort gerade auf Familienbesuch in Labuan Bajo und wir konnten für den nächsten Tag mit ihm die Schiffsüberfahrt auf einer Einheimischenfähre organisieren.
Nun konnten wir noch für eine Nacht unser Hotel, das Golo Hilltop, beziehen und das Nachtleben von Labuan Bajo erleben. Das Hotel liegt auf einem Hügel, mit der Aussicht auf die Bucht mit dem Hafen und den vorgelagerten Inseln.
Kurz eingecheckt und die Nachrichten über den weiteren Verlauf unserer Reise auf den aktuellen Stand gebracht.
Zum Abendessen führte uns ein 10-minütiger Fußweg den Hügel runter in die Stadt. In einem angesagten Restaurant stillten wir unseren Hunger. Da keiner mehr Lust hatte nach dem Essen die Stadt zu erkunden, gingen wir noch kurz einkaufen und dann zurück zum Hotel. Einige gingen fußläufig den steilen Weg zum Hotel hoch, andere benutzten dafür lieber ein Taxi. Endlich Duschen und Füße hochlegen.
Am nächsten Morgen dann der Aufbruch nach Sumbawa.
Unsere Reise von Flores (Labuan Bajo) nach Sumbawa (Sape) mit der öffentlichen Fähre ist ein echtes indonesisches Abenteuer. Dies ist die authentischste und günstigste Art, um die Strecke zurückzulegen, denn es handelt sich um eine große Autofähre, die Mensch, Tier und LKW transportiert. Wir mussten viel Geduld mitbringen, denn Verspätungen sind die Regel auf der überfüllten Fähre, deren Überfahrt ca. 7 Stunden andauerte.
Im Hafen von Sape warteten bereits unsere Autos für die Weiterfahrt in das kleine Resort „Kalimaya“. Die Fahrt gibt erste Eindrücke in das authentische Indonesien, fernab von Massentourismus.
Am Resort angekommen erwartete uns eine private Bucht mit gemütlichen Holzbungalows, die eingebettet in die Natur, direkt am Sandstand liegen mit eigener Tauchbasis. Ein genialer Standort in Ost Sumbawa auf der Insel West Nusa Tengara, wo es aktuell das einzige Tauchresort ist.
Sumbawa wird oft unterschätzt für seine Vielfalt der unterschiedlichen Tauchspots. Ob Makro- oder Muckdiving, Korallen- oder Strömungstauchgänge, alles konnten wir hier vorfinden und erleben.
„Bubble Reef“, der Tauchplatz am noch aktiven Vulkan Sangeang Api bietet ein einzigartiges Gefühl. Unter Wasser steigen Blasen aus dem schwarzen Sand auf und die vielen Hart- und Weichkorallen bilden schöne Farbkontraste.
An den küstennahen Tauchplätzen ist eher Muckdiving angesagt mit der Suche nach den kleinen Critters. Hier konnte auch eine Gruppe von uns den begehrten Rhinopias im Sand entdecken. Er stand bei manchen von uns auf der „to see“ Liste.
Das Hausriff eignete sich für Non-Limit Nachmittags- und Nachttauchgänge, für die von uns die noch nicht genug Stickstoff intus hatten. Doch das Wetter meinte es zum Ende unseres Urlaubs nicht gut mit uns. Durch heftige Regenfälle wurde sehr viel Schlamm von den zulaufenden Flüssen eingeschwemmt und die Sicht sank auf null.
Gut, daß uns bei den vorgelagerten Inseln Gili Banta, Buffalo Island und Babylon die mächtigen Strömungen in der Sape-Strasse bessere Sicht bescherten.
Hier draußen fanden wir ein noch intaktes unberührtes Korallenriff mit riesigen Tischkorallen.
„Gallay Rock“ war einer von unseren Lieblings-Tauchspots. Hier waren Manta-Begegnungen an den Putzerstationen das Besondere. Im flachen Bereich konnten wir zahlreiche Mantas beobachten, die mühelos in der Strömung ihre Kreise zogen, um sich von den vielen Rifffischen putzen zu lassen.
Da hier zwischen den Inseln das Wasser durch die Aufwärtsströmungen kälter war, kam so mancher von uns nach mehr als 60 Minuten zum Frösteln. Ein heißer Ingwertee oder heiße Schokolade an Bord unseres Tauchbootes war dann der perfekte Abschluss der Tauchgänge.
Ein Ausflug zu den berühmten Komodo-Waranen war auf Grund des noch gesperrten Nationalparks leider nicht möglich, ebenso wie die Tauchplätze im Nationalpark.
Das Tauchen rund um die Inseln ist eher was für Fortgeschrittene, da es hier oft zu starken Strömungen kommen kann, ein Riffhaken gehört hier zum Muss. So hieß es bei den Tauchgängen aufpassen und zusammenbleiben.
Hier ist noch immer ein kleiner Flecken abseits des Massentourismus.
Nach insgesamt 8 Tagen auf Sumbawa hieß es nun endgültig Abschied nehmen. Von Bima, über Denpasar und Singapur ging es zurück nach München, wo das kalte Deutschland auf uns wartete.
Neueste Kommentare