Bootssafari der Woidtaucher in Ägypten auf der Sea Serpent Contessa
Der diesjährige Vereinsausflug der Woidtaucher, an dem 21 Taucher teilnahmen, startete am 11.10.2025 in München. Der Großteil der Gruppe reiste gemeinsam in einem Flieger nach Hurghada an. Die Ankunft vor Ort verlief reibungslos: Mitarbeiter der Sea Serpent Fleet nahmen uns direkt am Flughafen in Empfang, organisierten die Visa-Ausstellung und begleiteten uns nach Erhalt des Gepäcks zum Shuttlebus, mit dem wir zur New Marina gebracht wurden. Dort betraten wir unser Zuhause für die nächsten 7 Tage: die Sea Serpent Contessa, einer luxoriösen 5 Sterna Yacht mit 34 Metern Länge und Platz für bis zu 24 Taucher. Nach dem Willkommensbriefing und dem Abendessen bezogen alle ihre Kabinen. Der erste Abend wurde ruhig an Deck verbracht, ein kurzes Briefing bereitete uns bestens auf die kommenden Tage vor.
Am nächsten Morgen begann der Tag mit Frühstück um 07:30, bevor wir zum ersten Tauchplatz vor Hurghada, Small Giftun Island aufbrachen. Vor Ort gab es ein ausführliches Tauchbriefing, gefolgt von dem langersehnten Moment: der erste Tauchgang des Urlaubs. Das Riff bot eine gute Gelegenheit, Ausrüstung und Blei anzupassen, in die Abläufe einzusteigen und entspannt einzutauchen. Insgesamt absolvierten wir an diesem Tag drei Tauchgänge, darunter einen Nachttauchgang. Zwischen den Tauchgängen gab es ausreichend Zeit für Mittagessen, Snacks und Erholung.
Über Nacht steuerte die Contessa in einer 8-stündigen, teils holprigen Überfahrt die Brothers Islands (El Ikhwa Islands) an. Die Brothers sind bekannt für ihren Korallenbewuchs, Fischschwärme und Großfische, einschließlich vieler Haie. Die Tauchplätze um die beiden Inseln gelten wegen der teils starken Strömungen zu den anspruchsvollsten in ganz Ägypten. An der Nordspitze des Großen Bruders befinden sich 2 Schiffswracks; die Numidia, ein über 130m langes Frachtschiff und die Aida ein 75m langes Passagierschiff, welches wir auch betauchten.
Am ersten Tag tauchten wir am Big Brother, am zweiten Tag am Little Brother. Unter Wasser begleiteten uns dabei mehrere Weißspitzenhochseehaie (Carcharhinus Longimanus), die immer wieder neugierig aus dem Blau auftauchten, was für eindrucksvolle Momente sorgte. Die Longimanus kamen dabei teilweise sehr nahe, so dass dem einen oder anderen schon etwas mulmig in der Magengegend wurde. Eine Tauchgruppe hatte sogar das Glück, einen Mondfisch (Mola Mola) zu sehen, ein außergewöhnliches Highlight, das sicherlich nicht vergessen wird. Von den zwei Brüdern ging es über Nacht in einer 10-stündigen Überfahrt weiter zum Daedalus Riff. Hier führten wir erneut drei Tauchgänge durch, jedoch ohne Sichtung der erhofften Hammerhaie, wofür Daedalus eigentlich bekannt ist. In der Nacht ging es weiter zum Elphinstone Riff, an dem wir einen weiteren Tauchgang machten, bevor wir zu Ras Shona und Ras Trombi weiterfuhren. Diese beiden Spots boten ruhige Bedingungen und die Möglichkeit, Schildkröten aus nächster Nähe zu beobachten. So mancher Taucher bezeichnete den Tauchplatz bei Ras Shona als „Schildkrötensuppe“, da sie mehr als 15 dieser imposanten Tiere beobachten konnten.
Am letzten Tauchtag führte uns die Fahrt zurück nach Gota Abu Ramada, einem weiteren Tauchplatz vor Hurghada. Dort fanden unsere beiden finalen Tauchgänge statt. Das Riff präsentierte sich farbenfroh und lebendig, mit großen Fischschwärmen, die sich zwischen den Korallen bewegten, und bot damit einen phänomenalen Abschluss unserer Tour.
Der Tagesablauf an Bord war eingespielt: Wecken um 06:15, Briefing und erster Tauchgang, Frühstück und kurze Pause, gefolgt vom Briefing und zweitem Tauchgang am späten Vormittag. Nach dem Mittagessen gab es erneut Zeit zur Erholung, bevor am Nachmittag der dritte Tauchgang stattfand. Danach wartete ein Snack an Deck und Zeit, um den Tag Revue passieren zu lassen. Getaucht wurde hauptsächlich vom Schlauchboot aus, wobei der Ein- bzw. Ausstieg bei teilweise hohen Wellen auch den erfahrenen Hasen einiges abverlangte. Die Wassertemperaturen zwischen 26° und 29°C waren sehr angenehm; die Lufttemperatur von etwas über 30°C empfanden wir nicht als zu warm, da der Wind ständig für Abkühlung sorgte. Abends wurde gemeinsam gegessen, entspannt und fachgesimpelt. Das Essen an Bord war abwechslungsreich und vielfältig, so war für jeden etwas dabei. Besonders erwähnenswert war der eigene Patisserie Chef, der jederzeit frische Gebäcke bereitstellte. Ein Highlight war das sogenannte „Last Dinner of the Sea“ am letzten Abend auf See, bei dem die Küche noch einmal sichtbar einen Gang höher schaltete.
Am Nachmittag ging es dann wieder zurück in den Hafen von Hurghada. Einige nutzten den Abend, um die Stadt zu erkunden und zu shoppen bzw. ein Bierchen samt Shisha zu genießen, während andere den Tag an Bord ausklingen ließen. Nachdem es nun wieder Handyempfang gab, wurden die Erlebnisse der vergangenen Tage geteilt und die Höhepunkte des Urlaubs nochmals gemeinsam Revue passieren lassen.
Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen. Die Kabinen wurden geräumt, das Gepäck verladen und der Shuttlebus brachte uns zurück zum Flughafen.
Die Reise wird allen aufgrund der abwechslungsreichen Tauchgänge, der vielfältigen Begegnungen unter Wasser, sowie den vielen tollen Momenten, die wir zusammen an Bord erleben durften, noch lange in Erinnerung bleiben.
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