Bootssafari mit VIT-Tauchlehrerprüfung, 30.05. bis 06.06.2026, Dalmatien

Ende Mai hieß es für d’Woidtaucher wieder „Leinen los“. Eine bunt gemischte Gruppe von 23 Tauchern machte sich in eigenen Fahrgemeinschaften auf den Weg nach Trogir, wo am Samstagmittag die MS Scedro auf uns wartete. Der Zwei-Mast-Motorsegler, gut 30 Meter lang und mit Kabinen für die ganze Truppe, wurde für die kommende Woche unser schwimmendes Zuhause. Neben dem reinen Tauchvergnügen stand diese Safari ganz besonders im Zeichen der VIT-Tauchlehrerprüfung. Vier Anwärter waren angetreten, um sich den Prüfern zu stellen.

Vom Hafen in Trogir aus nahm die Scedro Kurs in Richtung Süden. Die Route führte uns über Šolta nach Vis, weiter zur Insel Hvar und mit Zwischenstopps über Brač zurück, wobei sich der genaue Weg, wie immer auf See, nach Wetter und Laune der Gruppe richtete. Die Nächte verbrachten wir mal in ruhigen Buchten vor Anker, mal in einem der kleinen Häfen. Getaucht wurde direkt vom Boot aus, in der Regel mit zwei Tauchgängen pro Tag, dazu kam ein stimmungsvoller Nachttauchgang.

Den Auftakt machte eine Bucht vor Šolta, die uns gleich mit ihren Bewohnern verwöhnte. Eine Languste und ein Bärenkrebs ließen sich in aller Ruhe bestaunen. Was dabei niemand unterschätzen sollte: Das adriatische Tiefenblau ist kein laues Badewasser. Während an der Oberfläche frühsommerliche Temperaturen herrschten, fiel das Thermometer am Grund regelmäßig auf 17 bis 19 Grad. Wer hier längere Grundzeiten genießen wollte, war über jeden Millimeter Neopren und so manche Eisweste dankbar. Belohnt wurden wir dafür mit einer Sicht, die meist zwischen 15 und 20 Metern lag.

Das eigentliche Herzstück der Woche aber waren die Wracks rund um Vis. Mit der Teti betauchten wir einen alten Dampfer, der heute dicht von Fischen bevölkert ist. Es folgte die Vassilios, das eindrucksvolle Wrack eines griechischen Frachters und eines der größten Schiffswracks der gesamten Adria. Ein echtes Highlight war die B-24 Liberator, das Wrack eines amerikanischen Bombers aus dem Zweiten Weltkrieg, das mit ausgebreiteten Tragflächen ein beklemmend schönes Bild abgibt. Vor Hvar tauchten wir außerdem durch den eindrucksvollen Kabal-Tunnel, und an den letzten Tagen lockten noch eine Steilwand mit ihrer ganz eigenen Faszination.

Auch über Wasser kam das Lernen nicht zu kurz. Die vier Anwärter hielten regelmäßig Kurzreferate für alle Taucher, unter anderem zu persistierendem Foramen ovale (PFO), zu Kaltwassertauchgängen, zum Wracktauchen, zu Besonderheiten beim Tauchen mit Diabetes oder zur Handhabung des Sauerstoffkoffers. So nahm jeder von uns nebenbei eine ganze Menge Wissen mit nach Hause. Während die Anwärter später ihre Leistungsprüfung ablegten, die ohne Tauchen stattfindet, nutzten die Spaßtaucher die Zeit für einen eigenen Tauchgang. Und die Mühe hat sich gelohnt: Alle vier Anwärter haben ihre Prüfung mit Bravour bestanden. Herzlichen Glückwunsch an die frisch gebackenen 2-Stern Tauchlehrer.

Zwischen den Tauchgängen blieb genug Zeit für das, was eine Vereinsreise erst rund macht. An den Hafentagen führten uns kleine Spaziergänge durch die Gassen, und die ein oder andere Eisdiele wurde dabei selbstverständlich gewissenhaft getestet. Am Freitagnachmittag lief die Scedro schließlich wieder in Trogir ein. Den Abend ließen wir gemeinsam ausklingen, einige verschlug es danach noch in eine Bar, um die Woche stilecht zu beschließen. Nach einer letzten Nacht an Bord und einem gemütlichen Frühstück hieß es am Samstag Abschied nehmen vom Schiff und voneinander.

So ging für d’Woidtaucher eine rundum gelungene Safari zu Ende. Ein herzlicher Dank gilt zum Schluss dem Organisator Sepp Grimm, der mit vollem Einsatz für die besten Tauchplätze gesorgt und allen Tauchern, Anwärtern und Prüfern mit seinem reichen Erfahrungsschatz zur Seite gestanden ist.