Cenoten statt Meer: Unsere Vereins-Tauchreise nach Mexiko

Wer glaubt, Tauchen heißt immer Salzwasser, Wellen und Seekrankheit, den haben wir im August 2026 eines Besseren belehrt. Diesmal ging es für uns nicht ans Meer, sondern mitten hinein in die Unterwelt der Yucatán-Halbinsel: in die Cenoten.

Ankunft in Playa del Carmen

Nach der langen Anreise kamen wir müde, aber bestens gelaunt in Playa del Carmen an. Unser Hotel mitten im Zentrum war klein, sympathisch und genau richtig für eine Gruppe wie uns. Man konnte abends zu Fuß zum Essen gehen und morgens trotzdem in Ruhe frühstücken. Und der Pool im Innenhof wurde in den nächsten Tagen zu unserem Lieblingsplatz für die Nachmittage.

Unsere Basis vor Ort war Cenote Adventures von Stefan Ullrich. Stefan taucht seit über 20 Jahren in den Cenoten und kennt sie vermutlich besser als seine Westentasche. Seine Begeisterung ist ansteckend, und schon beim ersten Briefing war klar: Hier sind wir in den besten Händen. Er wusste, wann welche Cenote am schönsten ist, wo das Licht gerade perfekt einfällt und wo wir ganz für uns sein würden.

Was sind eigentlich Cenoten?

Vereinfacht gesagt handelt es sich um natürliche, mit Süßwasser gefüllte Einsturzlöcher im Kalkstein. Sie bilden Zugänge zu einem gewaltigen unterirdischen Höhlen- und Flusssystem, das sich durch weite Teile Yucatans zieht. Für die Maya waren Cenoten heilige Orte und zugleich wichtige Wasserquellen. Für uns Taucher waren sie vor allem eines: Tore in eine andere Welt.

Die Unterwelt der Maya

Was die Cenoten so besonders macht, ist ihre Vielfalt. Wir dachten, wir wüssten, was uns erwartet. Wir lagen falsch.

Da gab es die offenen Cenoten, in denen Sonnenstrahlen wie Scheinwerfer ins türkisblaue Wasser fallen. Man schwebt durch Lichtkegel, und die Taucher vor einem werden zu Silhouetten in einer Kathedrale aus Licht. Dann gab es Höhlenpassagen, in denen Stalaktiten und Stalagmiten wie versteinerte Vorhänge von der Decke hängen und vom Boden aufragen. Über Jahrtausende sind sie gewachsen, und wir schweben mittendrin und trauen uns kaum zu atmen, um nichts zu zerbrechen.

Besonders unvergesslich war die Halokline, die Grenzschicht, an der sich Süß- und Salzwasser treffen. Plötzlich verschwimmt die Sicht, als würde man durch eine flüssige Glasscheibe tauchen oder durch das Hitzeflimmern einer Sommerstraße. Das fühlt sich an, als hätte jemand die Realität kurz auf „unscharf“ gestellt. Einige von uns tauchten die Hand ein, zogen sie wieder heraus und grinsten wie Kinder.

Dazu kam die Stille. Kein Wellenrauschen, kein Motorenlärm, nur das Geräusch der eigenen Blasen und das Gefühl, durch ein riesiges, uraltes Gewölbe zu gleiten. Mal war es eng und abenteuerlich, mal weit und fast majestätisch. Und obwohl wir alle schon an vielen Orten getaucht sind, gab es mehr als einmal diesen Moment, in dem man sich umdreht, die Kollegen ansieht und durch die Maske hindurch sofort weiß: Das hier ist gerade richtig, richtig gut.

Unser Tagesrhythmus: früh raus, spät zufrieden

Wer dachte, Urlaub heißt Ausschlafen, wurde schnell eines Besseren belehrt. Der Wecker klingelte früh, es gab ein kurzes Frühstück, und um 7:20 Uhr hieß es: Abfahrt, damit wir vor allen anderen am Tauchplatz waren.

Nach der Fahrt zur ersten Cenote folgten zwei Tauchgänge, dazwischen eine entspannte Pause. Danach freuten sich alle auf den gemeinsamen Mittagssnack, der nach zwei Tauchgängen genau das Richtige war. Dazu gab es selbstverständlich ein kühles Dekobier.

Danach ging es zurück ins Hotel, und der Nachmittag gehörte ganz dem Pool. Ausruhen, Erlebnisse austauschen, ein bisschen dösen oder gemeinsam die Videos und Fotos vom Vormittag auswerten. Abends ließen wir den Tag beim gemeinsamen Abendessen und einem Bierchen ausklingen. Kulinarisch ließen wir uns dabei von Mexiko verwöhnen: Wir aßen am liebsten in einheimischen Restaurants, probierten uns durch jede Menge typisches Streetfood und stellten fest, dass Tacos, Quesadillas und Co. nach einem Tauchtag nochmal doppelt so gut schmecken. Genau so haben wir uns eine Vereinsreise vorgestellt.

Verlängerung, bitte!

Eigentlich waren acht Tauchtage geplant. Aber irgendwie wollte keiner so recht aufhören. Nach den ersten Tagen kam die Frage auf: „Können wir nicht noch einen dranhängen?“ Dann noch einen. Und noch einen. Am Ende waren es elf Tauchtage, ein Zeichen dafür, wie sehr die Cenoten uns alle in ihren Bann gezogen haben.

Kultur muss auch sein

Auch über Wasser hat Yucatán viel zu bieten, deshalb stand auch ein gemeinsamer Kulturausflug auf dem Programm. Er führte uns zunächst nach Chichén Itzá, einem der berühmtesten Zeugnisse der Maya-Kultur. Die gewaltige Pyramide in echt zu sehen, ist noch einmal etwas ganz anderes als auf Fotos.

Weiter ging es nach Valladolid, einer farbenfrohen Kolonialstadt mit gemütlichen Gassen, hübschen Plätzen und genau der richtigen Atmosphäre für einen Bummel.

Und weil eine Reise nach Mexiko ohne Tequila nicht vollständig wäre, besuchten wir zum Abschluss eine Tequila-Brennerei, inklusive Verkostung. Wir erfuhren, wie aus der Agave das berühmte Getränk wird, und probierten uns durch die Sorten. Ein gelungener Abschluss für einen abwechslungsreichen Tag.

Eine Reise, die bleibt

Aber jede Reise geht auch mal zu Ende. Was bleibt, sind tolle Bilder, viel Gelächter und unvergessliche Tauchgänge.

Danke an alle, die dabei waren, und an Stefan, Bea und Polo von Cenote Adventures.

 

¡Hasta la vista, México!