von
Isabella und Josef Grimm

Teilnehmer:
Grimm Isabella ATL 800 TG, Grimm Sepp TL4 /1800 TG

Reisezeit:
September 2014

Die Azoren, zu deutsch „Habichtsinseln“, sind eine Gruppe von neun portugiesischen Inseln, die mitten im Atlantischen Ozean vor sich hinzutreiben scheinen. Sie sind Teil des Mittelatlantischen Rückens und liegen auf der Plattengrenze zwischen der Europäischen und der Afrikanischen Platte.

8 der Inseln sind vulkanischen Ursprungs und man teilt sie in drei Gruppen ein. Die nordwestliche Gruppe mit Corvo und Flores; die zentrale Gruppe mit Faial, Pico, Sao Jorge, Graciosa und Terceira;

und die südöstliche Gruppe mit Santa Maria und Sao Miguel. Der Golfstrom sichert ein mildes Seeklima und geringe Temperaturschwankungen. Die Tagestemperaturen liegen im Mittel im Sommer bei 23° und im Winter bei 15°. Die Wassertemperaturen zwischen 24° und 17°.

Die Insel Faial, auch „Ilha Azul“ die blaue Insel genannt, verdankt ihren Namen den im Sommer blühenden blauen Hortensienhecken. Hauptsächlich von Steilküste geprägt, bergiges Gelände mit erloschenen Vulkankratern (letzter Ausbruch des „Capelinhos“war 1957), zahlreichen grünen Weiden und wenigen aber schönen Strandabschnitten. Flora und Fauna sind üppig und vielfältig. Horta die Inselhauptstadt war früher Handelsstation zwischen Europa und Amerika und wird heute noch von vielen Seglern und Kreuzfahrtschiffen angefahren.

Das Faial Resort Hotel befindet sich leicht erhöht über der Hafenstadt Horta, nur 20 min. vom Flughafen entfernt. Mit einem tollem Ausblick auf die Nachbarinsel Pico und dem gleichnamigen Berg Ponta de Pico (2351m), dessen Spitze die meiste Zeit wolkenverhangen und im Winter schneebedeckt ist. Im Hintergrund ist die Küstenlinie der Insel Sao Jorge bei schönem Wetter zu sehen.

Auch Körper, Geist und Seele kommen nicht zu kurz. Nach dem Tauchen, in den Tauchpausen oder für Nichttaucher kann man in der Sauna, Jacuzzi oder dem türkischen Bad die Glieder wieder aufwärmen. Fitnessraum, Swimmingpool und Tennisplatz für Sportliche.

Die Insel wird zu Fuß oder mit dem Leihauto erkundet, es gibt vieles zu sehen. Denkmäler religiöser und historischer Art, geologische und botanische Sehenswürdigkeiten, Gastronomie, Handwerk und Museen, Whale Watching oder Hochseeangeln.

Die beste Reisezeit zum Tauchen ist von Juni bis September, denn das Wasser ist wärmer und die Sichtweiten zwischen 20-30 Meter, trotzdem empfiehlt sich ein 7mm Anzug oder Halbtrockenanzug.

Das Grundlegendste bevor die Wahl zum Tauchen auf den Azoren fällt ist, man rechnet mit anspruchsvollem Atlantiktauchen, mit Wassertemperaturen zwischen 17-23°C, rauen Wasser-, Wind- und Wetterbedingungen und keiner Full-Service-Betreuung.

Die Haliotis Faial Tauchbasis befindet sich direkt im Faial Resort und besitzt ein 12m langes Schlauchboot mit 2x300PS Motoren, Leihausrüstung und 12l Stahlflaschen, 15l Flaschen und Nitrox gegen Aufpreis. Sie sprechen dort portugiesisch und englisch. Die Tauchbasis hat großzügige Umkleideräume mit Dusche und WC und ausreichend Wasserbecken zum Spülen der Ausrüstung. Ein Vorteil des Tauchbootes ist die praktische Flossenleiter, die eingehängt werden kann, zum leichtern Einsteigen ins Boot nach dem Tauchen. Das Boot ist mit bis zu 12 Tauchern, einem Tauchguide, der Tauchausrüstung für 2 Tauchgänge und 4 Sitzbänken gut gefüllt. Es werden pro Tauchausfahrt 2 Tauchgänge durchgeführt, eine Oberflächenpause von 1,5-2 Std. und ein Mittagssnack sind inbegriffen. Die zahlreichen Tauchplätze rund um die Insel werden je nach Wind, Wetter und Wellengang angefahren.

Getaucht wird in Vulkankratern, an und in Wracks, an Steilwänden entlang, in Höhlen und Grotten und über schwarzen Sand und Felsen. Die Flora und Fauna unter Wasser ist typisch Atlantik, der Bewuchs und die Farben sind nicht mit dem Roten Meer zu vergleichen. Die Felsen sind teilweise üppig mit orangen Moostierchenkolonien bewachsen. Drachenköpfe, Muränen, kleine Zackis, Papageienfische und Barracudas gehören fast zu jedem Tauchgang. Rochen lassen sich mit viel glück im Sand finden oder sie segeln an einem vorbei. An den Steilwänden wachsen verschiedene Weichkorallen und Röhrenwürmer.

Ein sehr schöner Tauchplatz ist die sogenannte Garnelenhöhle. Eine große Höhle deren Eingang sich in einer Steilwand in 20m Tiefe befindet. Die Höhle verengt sich im hintern Teil und nach 3-4min weitet sie sich und man befindet sich außerhalb des Tageslichtes. Millionen von Garnelen bevölkern die Wände, den Boden und die Decke. Beim Verlassen spiegeln sich im Ausgang die blauen Farben des Meeres.

Ein Hauptgrund um auf den Azoren zu Tauchen sind die stark wetterabhängigen Tauchplätze „Condor Bank“ und „Princess Alice Bank“.

„Condor Bank“ ein Tauchspot mitten im Atlantik, 20 Seemeilen von Faial entfernt, gut 1,5-2 Std. Schlauchbootfahrt, je nach Wellengang. Angeblich der beste Blauhaispot des Atlantik. Hier erhebt sich der Meeresboden wieder auf 200 m. Eine Köderbox, gefüllt mit Fischresten wird ins Wasser gehängt und dann beginnt das Hoffen und Warten ob sich Haie zeigen werden. Eine Garantie gibt es hierfür nicht, das ist eben Natur. Leider war es uns nicht vergönnt die Blauen zu sehen. Nach Aussagen mehrerer Taucher/Tauchguides vor Ort gab es dieses Jahr nur sehr wenige Sichtungen mit max.2-3 Haien an den „Condor Banks“. Deshalb weichen die Tauchbasen auf die „Azores Banks“ aus. Sie liegen noch etwas weiter außerhalb, jedoch die Vorgehensweise ist dieselbe.

An einer Strömungsleine in 10-20m Tiefe hat man den besten Rundumblick ins Blauwasser. Die Strömung und die Wellen gestalten die Wartezeit anspruchsvoll uns sind nichts für ungeduldige Taucher. Bei der Fahrt kann man häufiger Delfine antreffen.

Wettertechnisch war uns die Ausfahrt zu den „Princess Alice Bank“ nicht vergönnt. Ein Unterwasserberg, der aus 2500m bis auf 30m unter die Wasseroberfläche hochsteigt, 45 Seemeilen von der Küste entfernt. Die Distanz wirkt abschreckend, aber man soll durch fantastische Tauchgänge belohnt werden. Hier steigen Tiefseeströmungen empor und locken riesige Fischschwärme, Großfische und Meeressäuger an. Der Tauchspot ist bekannt wegen der Vielzahl an Teufelsrochen, die dort gesichtet werden sollen.

Nach Aussagen mehrerer Taucher vor Ort waren dieses Jahr nur sehr wenige Sichtungen (2-3) von Blauhaien (2-3 Stück) an den „Condor Banks“. Deshalb weichen die Tauchbasen auf die „Azores Banks“ aus. Sie liegen noch etwas weiter außerhalb, jedoch die Vorgehensweise ist dieselbe.

Alles in allem ist es auf den Azoren wie an vielen anderen hochgepriesenen Tauchspots der Erde, man war wieder einmal zur falschen Zeit vor Ort???????